"Why are those course no longer called FELASA-Category B/C-courses?"

Entsprechend §3 und §16 der TierSchVersV sind bei Tätigkeiten im tierexperimentellen Bereich (Pflege der Tiere, Töten der Tiere und Durchführen sowie Planen von Tierversuchen) die Experimentatoren zur Fortbildung (Inhalte der Fortbildungen gemäß der Anlage 1 Abschnitt 1-3 der TierSchVersV) verpflichtet, um die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten für o.g. Tätigkeiten zu erlangen.

 

Bis dato ist das gängige Konzept zur Vermittlung der geforderten Lerninhalte (Kenntnisse und Fähigkeiten) ein einwöchiger Kurs der 20h Theorie und 20h Praxis der Versuchstierkunde vermittelt (sog. versuchstierkundlicher Kurse gemäß der FELASA Kategorie B).

 

Kurse für versuchsdurchführende Personen, vermitteln in diesen 40h alle nötigen Lehrinhalte, die von den versuchstierkundlichen Dachverbänden GV-SOLAS und FELASA anhand von Empfehlungen zur Kursgestaltung erarbeitet wurden. Ziel war und ist eine deutschland- bzw. europaweite Vereinheitlichung der Fachkenntnisse aller Forscher im Sinne des Tierschutzes und der Standardisierung von Versuchsvorhaben.

 

Der Nachteil dieses Kurses ist die Fokussierung auf Labornager (Maus und Ratte sind die am meisten verwendeten Tierarten in der Forschung); so werden z.B. Reptilien, Amphibien oder Fische theoretisch nur am Rande behandelt, die Praxis fehlt meist völlig. Auch werden unnötigerweise Labornager in diesen Tierversuchen für das Training von Wissenschaftlern verwendet, die in Ihrem Praxisalltag überhaupt nicht mit Nagern arbeiten, sondern z.B. nur mit Fischen, oder nur mit Mäusen und nicht mit Ratten.

 

Dieser Tatsachen trägt die Novellierung des Tierschutzgesetzes und die Implementierung der europäischen Richtlinie 2010/63 in deutsches Recht (TierschVersV) Rechnung. 

So veröffentlichte das FELASA Education and Training Board (E&T) am 01. Juni 2015 überarbeitete Empfehlungen (“FELASA Recommendations for the Accreditation of Education and Training courses in Laboratory Animal Science”) zur Gestaltung von Nutzerangepassten Kursen; es wird eine Modularisierung für verschiedene Klientel (Funktion A-D) angestrebt, die zum Einen zulässt allgemeine theoretische Basis-Lehrinhalte für alle Wissenschaftler zu vermitteln (“Core Modules”) und zum Anderen im Anschluss daran in Aufbau-Modulen speziesspezifische praktische Techniken zu erlernen (“Function Specifique (Prerequisite) Modules”). So kann im Sinne des „3R“- Prinzips (Russel und Burch, 1959) der Einsatz von Versuchstieren zielgerecht erfolgen

und die Tierzahlen effizient reduziert werden. Darüberhinaus erhalten durchführende und versuchsgestaltende Personen(Funktion A und B) (und Personal, daß mit der Pflege/dem Töten von Tieren betraut ist, Funktion C und D) eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Vermittlung der nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten.

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© Dr. Lotte P. Hofmann